Arbeitskleidung

Stick oder Druck: Was passt zu Ihrer Arbeitskleidung?

Von Hendrik Bomfleur13. Oktober 20266 Min. Lesezeit

Gesticktes Logo auf einem dunkelblauen Poloshirt in Nahaufnahme

Für ein Logo auf Poloshirt, Hemd, Jacke oder Cap ist Stick meist die bessere Wahl. Für T-Shirts, große Rückenmotive, Fotos und Farbverläufe eignet sich Druck besser. Entscheidend sind vier Fragen: Welches Textil, welches Motiv, welche Größe und welche Menge?

Inhalt
  1. Die Entscheidung auf einen Blick
  2. So funktioniert Stick
  3. So funktioniert Druck
  4. Was kostet Stick im Vergleich zu Druck?
  5. Stick und Druck kombinieren
  6. So prüfen Sie Ihr Logo vorab
  7. Häufige Fragen

Kurz gesagt

  • Stick wirkt hochwertig und eignet sich für kompakte Logos auf festeren Stoffen: Polos, Hemden, Jacken, Caps, Schürzen.
  • Druck kann feine Details, viele Farben, Fotos und große Flächen: T-Shirts, Rückenmotive, Warnwesten, Funktionskleidung.
  • Beides lässt sich kombinieren, zum Beispiel Logo auf der Brust gestickt und Schriftzug auf dem Rücken gedruckt.

Die Entscheidung auf einen Blick

Textil oder MotivUnsere EmpfehlungWarum
Poloshirt, BrustlogoStickWirkt hochwertig, der Piqué-Stoff trägt den Stick gut.
T-ShirtDruckDünner, dehnbarer Stoff; ein Druck bleibt flexibel.
Hemd, Bluse, StrickStickAuf diesen Stoffen wirkt ein Stick besonders wertig; in unserem Shop sind diese Teile nur bestickt erhältlich.
Softshell, Fleece, SweatshirtStick für die Brust, Druck für den RückenKompakte Logos sticken, große Flächen drucken.
Cap, Mütze, HandtuchStickBei uns nur bestickt erhältlich.
Warnweste, Hose, SportbekleidungDruckLeichte, glatte oder dehnbare Materialien. Bei Warnkleidung darf das Logo die nach EN ISO 20471 vorgeschriebenen Mindestflächen an Warn- und Reflexmaterial nicht unterschreiten.5
Foto, Farbverlauf, sehr feine LinienDruckLässt sich nicht oder nur stark vereinfacht sticken.
Großes RückenmotivDruckGroße Stickflächen werden schwer und teuer.

So funktioniert Stick

Beim Stick wird das Logo mit Garn direkt in den Stoff genäht. Dafür wird das Motiv zuerst in ein Stickprogramm übersetzt: Eine Fachkraft legt fest, mit welchen Sticharten, in welcher Richtung und in welcher Reihenfolge gestickt wird. Dieses Programm wird einmal erstellt und kann für jede Nachbestellung wieder verwendet werden.2

Unter dem Stoff liegt beim Sticken ein Vlies, das das Material stabilisiert. Auf dünnen Stoffen kann sich der Stoff um das Motiv herum leicht zusammenziehen; ein Garnhersteller empfiehlt dafür eine geringere Stichdichte und passende Vliese.3 Deshalb sind festere Stoffe wie Polo-Piqué, Twill oder Softshell ideal.

Was Stick gut kann

  • Hochwertige, leicht plastische Wirkung, die Kunden oft mit Qualität verbinden.
  • Kompakte Logos und kurze Schriftzüge auf Brust, Ärmel oder Cap.
  • Mehrere Garnfarben; bei uns hängt der Stickpreis nicht von der Zahl der Farben ab.

Wo Stick an Grenzen stößt

  • Kleine Schrift: Text sollte mindestens etwa 6 mm hoch sein, sonst können die Buchstaben zulaufen.2 Eine Telefonnummer in Mini-Schrift unter dem Logo gehört deshalb besser in den Druck.
  • Farbverläufe und Fotos lassen sich nicht sticken, höchstens stark vereinfacht.2
  • Sehr feine Linien und viele kleine Details verschwinden oder wirken unruhig.
  • Große Flächen brauchen viele Stiche. Das macht den Stick schwer, steif und teurer.

So funktioniert Druck

Für Arbeitskleidung kommen vor allem drei Druckverfahren zum Einsatz. Welches genau genutzt wird, hängt von Motiv, Textil und Menge ab:

VerfahrenSo funktioniert esGeeignet für
TransferdruckDas Motiv wird auf eine Trägerfolie gedruckt und mit Hitze und Druck auf das Textil gepresst.Logos mit wenigen Farben, auch schon bei kleinen Mengen.
Digitaler Transferdruck (DTF)Das Motiv wird digital auf Folie gedruckt, mit Klebepulver versehen und aufgepresst.Viele Farben, Fotos, Verläufe und feine Details; laut Druckdienstleistern auf Baumwolle, Mischgewebe, Polyester und Fleece.4
SiebdruckDie Farbe wird durch ein Sieb direkt auf das Textil gedrückt, für jede Farbe ein eigenes Sieb.Größere Mengen mit wenigen Farben; wegen der Siebe lohnt sich das Verfahren erst ab einer gewissen Menge.1

Bei uns sind Transferdruck und Digitaltransfer ab 8 Stück möglich. Direktdruck gibt es für T-Shirts, Sweatshirts, Hoodies und Stofftaschen: mit 1 bis 2 Farben ab 50 Stück, mit bis zu 4 Farben ab 250 Stück, mehr Farben auf Anfrage. Welches Verfahren für Ihre Bestellung das wirtschaftlichste ist, ermitteln wir automatisch.

Was Druck gut kann

  • Feine Details, kleine Schrift, viele Farben, Verläufe und Fotos (Digitaltransfer).
  • Große Flächen wie Rückenmotive bis etwa 35 × 35 cm.
  • Leichte und dehnbare Stoffe, bei denen ein Stick den Stoff verziehen kann.

Wo Druck an Grenzen stößt

  • Ein Druck wirkt flacher als ein Stick. Auf einem Hemd oder einer hochwertigen Jacke kann das weniger edel aussehen.
  • Wie lange ein Druck gut aussieht, hängt von Verfahren, Textil und Pflege ab. Halten Sie sich an die Pflegehinweise auf dem Etikett.

Was kostet Stick im Vergleich zu Druck?

Bei einem kleinen Brustlogo ist der Stick etwas teurer. Bei unserem klassischen Poloshirt kostet ein einfarbiges Brustlogo bei 50 Stück im Druck 21,67 € je Stück und im Stick 23,03 €, Polo jeweils inklusive. Bei einem dreifarbigen Logo dreht sich das Verhältnis um: Der Druck kostet dann 23,60 €, der Stick bleibt bei 23,03 €, weil beim Stick die Farbanzahl den Preis bei uns nicht verändert (Preisstand Oktober 2026). Mehr zu allen Preisfaktoren lesen Sie im Beitrag Was kostet ein Logo auf Arbeitskleidung?

Stick und Druck kombinieren

Sie müssen sich nicht für ein Verfahren entscheiden. Häufig wird das Logo gestickt auf der Brust getragen und der Firmenname mit Telefonnummer oder Website gedruckt auf dem Rücken. Vorne wirkt das Logo hochwertig, hinten ist die Schrift groß und aus der Entfernung lesbar. Ein solches Poloshirt kostet bei uns bei 50 Stück 27,90 € je Stück; die Einrichtung fällt je Motiv einmal an.

So prüfen Sie Ihr Logo vorab

  • Schrift: Ist der kleinste Text in der geplanten Größe mindestens etwa 6 mm hoch? Wenn nicht, ist Druck die sicherere Wahl.
  • Details: Hat das Logo sehr dünne Linien, Schatten oder Verläufe? Dann drucken oder für den Stick eine vereinfachte Variante anlegen.
  • Farben: Sind es viele Farben? Im Stick kein Problem, im Direktdruck steigt der Preis.
  • Datei: Liegt das Logo als Vektordatei vor (SVG, PDF, EPS, AI)? Daraus entsteht die Stick- oder Druckdatei am saubersten.
  • Muster: Unsicher? Ein Musterteil zeigt vor der Serie, wie das Logo auf genau diesem Textil wirkt.

Aus unserer Praxis

Viele Logos haben eine Version für den Bildschirm, die für den Stick zu fein ist. Wenn wir ein Logo gestalten, legen wir deshalb gleich eine Variante an, die klein gestickt funktioniert. Bei einem bestehenden Logo prüfen wir vor der Produktion, ob es gestickt oder gedruckt besser wirkt, und melden uns, wenn etwas nicht passt.

Häufige Fragen

Was hält länger, Stick oder Druck?

Stick gilt in der Branche als besonders strapazierfähig, weil das Garn mit dem Stoff verbunden ist. Wie lange ein Druck gut aussieht, hängt vom Verfahren, vom Textil und von der Pflege ab. Beachten Sie bei beiden Verfahren die Pflegehinweise auf dem Etikett.

Kann man ein Foto sticken?

Nein, jedenfalls nicht fotorealistisch. Fotos und Farbverläufe lassen sich nur stark vereinfacht in Garn umsetzen. Für Fotos ist Digitaltransferdruck das passende Verfahren.

Wie klein darf Schrift im Stick sein?

Als Faustregel sollte Text mindestens etwa 6 mm hoch sein. Kleinere Schrift kann im Stick zulaufen und ist dann schlecht lesbar.

Ist Stick auf einem T-Shirt möglich?

Ja, aber auf dünnen, dehnbaren Stoffen kann sich der Stoff um das Motiv leicht zusammenziehen. Für T-Shirts empfehlen wir deshalb in der Regel Druck, für Poloshirts Stick.

Was ist mit Flex- oder Flockdruck?

Dabei wird ein Motiv aus einfarbiger Folie geschnitten und aufgepresst. Das eignet sich vor allem für Namen und Nummern, zum Beispiel auf Trikots. Für mehrfarbige Logos ist es unwirtschaftlich. Brauchen Sie Namen oder Nummern, sprechen Sie uns an.

Hendrik BomfleurGründer von Euantos Designs

Hendrik Bomfleur gestaltet bei Euantos Designs Logos und betreut Bestellungen von Arbeitskleidung, Drucksachen und Werbetechnik für kleine und mittelständische Betriebe.